Vormittags recht – und nachmittags frei. So lautet ein gängiges Vorurteil gegenüber Lehrern. Das Vorurteil stimmt natürlich zum Großteil nicht, es gibt wirklich gute Lehrer, die noch Wissen vermitteln, jenseits von Lösungsheften und Powerpoint Präsentationen.
Lehrer haben es auch schwer. Sie müssen zum einen den Schülern Wissen vermitteln, so dass die Schüler gut in Studium oder Beruf starten können. Das fängt in der Grundschule an – und hört bei manchen in der Realschule oder später dann im Gymnasium auf. Aber die Lehrer müssen auch die Schüler auf “das Leben” vorbereiten:
Keine Vollbeschäftigung mehr, eine komplexere Welt, Deutschland in der EU, Globalisierung, Krieg und vieles mehr. Ein Thema, was deutsche Schülerinnen und Schüler zum Beispiel ganz massiv beschäftigen wird, ist die Rente mit 67. Die Schüler werden keine sichere Rente mehr haben (schon Norbert Blüm wusste dies, auch wenn er was anderes sagte) und werden erst in hohem Alter das Renteneintrittsalter erleben.
Lehrer sollen aber neben ihrer Aufgabe der Wissensvermittlung zudem auch noch eine Vorbildfunktion ausüben. Da sie die Kinder prägen, ist dies wichtig.
Doch liest man die Tageszeitung regelmäßig, kommen mir da die Zweifel, ob alle Lehrer ihre Aufgaben richtig verstanden haben. Ärgerlich finde ich die Lehrer, die mit 60 in den Ruhestand gehen und sich auf Urlaub freuen. Sind wir im falschen Film? Lehrer, die sich laut eigener Aussage auf Skifahrten, Urlaub und langes Ausschlafen freuen können, sind nicht mehr in der Lage, bis 65 zu arbeiten? Wo bleibt hier die Vorbildfunktion? Wo bleibt die soziale Verantwortung? Wo bleibt das Verständnis für die Zusammenhänge des Zusammenlebens in unserem Staat?
Wer Ski fahren kann, kann auch Klassen unterrichten!
Wen verwundert es, wenn Schüler und Jugendliche ihre Zukunft pessimistisch bewerten, wenn andere Menschen sich einfach mit 60 abseilen und in den unverdienten Ruhenstand gehen. Keinen Bock mehr auf Schule, lieber Ski fahren. Der Lehrer als Vorbild in einer sozial gerechten Gesselschaft? Dies trifft nicht immer zu.
Wenn dann die Lehrerin im Artikel noch davon spricht, wie schön die Arbeit mit Kindern ist, dass man ja “soviel zurückbekommt” und Lehrer sei generell ein “toller Beruf” – warum übt sie ihn dann nicht mehr aus? Scheinbar Egoismus pur.
Für Schüler und Jugendliche, die erst in 40 Jahren in Rente gehen (wollen), muss diese Einstellung wie Hohn klingen!
PS
- im Artikel steht Altersteilzeit. Das sind Begrifflichkeiten. Ich bleibe dabei: wer Ski fahren kann, kann noch Klassen unterrichten und hat seinen Dienst an der Gesellschaft gefälligst auch bis 65 zu leisten!
- der Artikel ist vom Anfang des Jahres, aber immer noch aktuell. So Fälle sind nicht die Ausnahme. (Der Beitrag hier stand Anfang des Jahres auf meinem alten Blog, aber eben wegen der Aktualität hier nochmal, mit ein paar kleinen Verbesserungen.)
Bild oben: www.pixelio.de










Manchmal denke ich, es sollten “Gutachter”und der “potenzelle Rentner” bestimmen wer mit 60 und wer mit 70 in die Rente geht.
Ich kenne Topfite 80´er und Typen die sind mit 45 am Ende. Kein Festes system kann das klären. Eine alles rettende Idee habe ich aber auch nicht…leider
Sven
http://Suchideen.de
Ich glaube, es gäbe kein Problem (wirtschaflich, sozial), wenn das Renteneintrittsalter bei 65 wirklich eingehalten würde. Nachweislich gehen aber immer mehr Menschen immer früher in Rente, ein volkswirtschaftliches Problem, produziert durch Egoismen.
Es ist richtig, dass die Frührente wichtig ist. Für kranke Menschen, die eben keine Arbeit mehr ausüben können und eine soziale Absicherung brauchen.
Menschen, die aber mit 60 (oder sogar früher!) auf Kosten der Allgemeinheit in Rente gehen und dazu wie im Artikel verlautbaren, sie freuen sich auf Urlaub und folglich noch “topfit” sind und ihren Beruf eigentlich noch ausüben könnten, handeln unsozial.
Pingback: Eine runde Sache « The Tilman Times
Pingback: Rente 67 – und Politiker? « The Tilman Times
Pingback: Rentner von Feuerwehr „überrascht“ « The Tilman Times